… sagen Christa und Otto Albert, wenn sich am 31. März 2018 die Türen vom „Landgasthaus Hessenland“ in Frielendorf/Verna nach mittlerweile 32 Jahren schließen.

Mit dem Familienbetrieb schließt auch die letzte „Kneipe“ in Verna, zwischenzeitlich gab es mal vier. „Das wird eine große Umstellung für uns alle werden“, so der Chef. „Wir waren nahezu unser gesamtes Berufsleben lang selbständig.“ Erst mit der Fleischerei, dann ab 1986 zusätzlich die Gaststätte.

Aus der Idee, die Anfang der 80er aus einer Bierlaune heraus immer weiter Formen annahm, wurde eine im Laufe der Jahre über die Grenzen des Schwalm-Eder-Kreises hinaus bekannte Gaststätte, beliebt bei Jung und Alt. Besonders geschätzt wurde neben der guten bürgerlichen Küche zu fairen Preisen auch die familiäre Atmosphäre. Das frisch gezapfte Bier schmeckt in geselliger Thekenrunde einfach am besten. Ob Fußballverein oder Motorradclub, das „Hessenland“ war Anlaufpunkt. „Früher mehr als heute“, so Christa Albert, „jetzt haben viele Ihre Club- und Vereinsheime und bleiben dort, das merkt man schon.“

Mit besonderen Aktionen machte man auf sich aufmerksam, das Spanferkel vom Grill war jahrelang eine kleine Attraktion. Aber der echte Hit waren und sind die Schnitzel. Viele kamen immer wieder etliche Kilometer angereist, um ein leckeres Schnitzel „beim Otto“ zu essen. „Wir haben sogar Stammkunden aus Wuppertal und dem Frankfurter Raum“, verrät uns Otto Albert mit einem Augenzwinkern, „einige Camper vom Frielendorfer Campingplatz kommen schon seit über 15 Jahren regelmäßig zu uns.“

Viele schöne Feste wurden gefeiert, viele Geschichten gibt es aus den Jahren zu erzählen – lustige, aber auch traurige. Aus einigen Gästen wurden echte Freunde. „Wir bedanken uns bei allen Gästen ganz herzlich für Ihre Treue, aber ganz besonders bei unserer Familie und unserem tollen Team. Irgendwie sind wir in den Jahren eine große Familie geworden. Auch in ganz schweren Tagen waren sie da und haben uns unterstützt. Selbstverständlich war das auch nicht!“ so die Wirtsleute. Das alles werden sie schon vermissen, die Albert’s.

„Natürlich ist das nicht einfach, wenn man seinen Beruf gerne gemacht hat. Hier steckt viel Herzblut drin. Aber da siegt jetzt die Vernunft“ sagt Christa Albert. Gestiegene Betriebskosten, generell rückläufige Umsätze in der Gastronomie und vor einigen Jahren das Rauchverbot - es gibt viel Faktoren, die diesen Schritt fordern. Der Hauptgrund aber ist die Gesundheit. Christa Albert, die mit ihrem Team die Küche führte, ist leider inzwischen so gehandicapt, dass es ihr nicht mehr möglich ist, den Betrieb weiter laufen zu lassen.